Das Symbiosetrauma

Das Symbiosetrauma

Der Inhalt des heutigen Blogbeitrags basiert auf dem Buch von Prof. Franz Ruppert „Symbiose und Autonomie“, welches im Klett Verlag erschienen ist.

Wenn wir die beschriebenen Fälle (sind in dem Buch beschrieben) der Verbindung eines mütterlichen oder väterlichen Traumas mit dem Symbioseprozess aus der Sicht des Kindes zusammenfassen, so mag es sinnvoll erscheinen, von einem „Symbiosetrauma“ zu sprechen, das ein Kind erleidet, wenn es von einer traumatisierten Mutter geboren und/oder von einem traumatisierten Vater großgezogen wird.

Abbildung

Das Kind muss sich unter diesen Voraussetzungen von Anfang an seelisch aufspalten.
Seine Traumtatisierung besteht darin, dass es aufgrund seiner existenziellen Abhängigkeit von seiner Mutter permanent Todesängste aussteht, weil es keinen emotionalen Halt in seiner Mutter findet. Es fühlt sich verlassen, abgelehnt und einsam und hat auf die nicht verfügbare Mutter eine enorme Wut. Diese Wut muss es zusammen mit seinem Schmerz und seiner Trauer unterdrücken. Es entstehen dadurch bei ihm ein extremes Rückzugsverhalten und eine Tendenz zur Selbstaufgabe.
Bei einem Symbiosetrauma sind das die Wesensmerkmale der traumatisierten Anteile in einem Kind, die es von sich selbst abspalten muss, um die Situation aushalten und ihr weiterleben zu können. (Abbildung). Durch diese primäre seelische Spaltung geht dem Kind zu einem sehr frühen Zeitpunkt seiner Entwicklung das Vertrauen in sich selbst verloren. Ein vitaler Teil von ihm gibt sich beinahe auf.

Der sich davon abspaltende Überlebensanteil hingegen kämpft zäh und verbissen um den Kontakt zu den Eltern und nimmt jeden Strohhalm der sich ihm anbietet. Seine Überlebensstrategien bestehen darin, sich mit allen Mitteln anzustrengen, seine Eltern davon zu überzeugen, sich seiner anzunehmen. Diese Überlebensanteile schreien und weinen, solange ihnen das erlaubt ist, oder sie verstummen, wenn sie von den Eltern für ihr Weinen bestraft werden. Sie spielen das fröhliche Kind, wendige merken, dadurch ein wenig Wohlgefallen seitens der Eltern zu finden.

Im nächsten Blog geht es zu diesem Thema noch weiter. Prof. Ruppert hat dazu die Methode des „Anliegenaufstellens mit Hilfe eines Satzes IOPT“ entwickelt.
Ich habe bei ihm 2015 die Ausbildung gemacht und biete dies auch in Einzelsitzungen an.

 

Bis dahin,

Eure Claudia Grill

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