Jetzt schreibe ich meinen Dezember-Blog und möchte natürlich auf Weihnachten eingehen.
Diesen Monat ist unser großer Sohn 34 Jahre alt geworden, und es hat mich sehr berührt, als Mutter auf die letzten 34 Jahre zurückzublicken.
Das erste Kind ist immer etwas Besonderes, weil man erst einmal lernt, Mutter zu sein – und natürlich auch Vater.
Und ich glaube, Weihnachten ist dann noch einmal etwas ganz Besonderes, wenn man das erste Kind hat. Man möchte vieles richtig machen und gleicht es – so empfinde ich es jedenfalls – mit dem ab, was man selbst als Kind an Weihnachten erfahren hat. Wie wurde Weihnachten verbracht oder zelebriert? Wer war mit dabei – und vielleicht noch viel wichtiger: Wer war nicht mit dabei?
Bei mir hat mein Vater gefehlt. Als ich acht Jahre alt war, ließen sich meine Eltern scheiden. Ich habe gar nicht viele Erinnerungen an Weihnachten, nur dass wir eigentlich nur zu viert waren: meine Mutter, meine Oma (die Mutter meiner Mutter) und mein Onkel, der eigentlich gar nicht mein Onkel war. Also aus familiensystemischer Sicht war damals schon vieles ein großes Geheimnis.
Allein die Geschichte mit meinem „Onkel“ erzähle ich ausführlich in meinem Buch, das gerade entsteht und nächstes Jahr erscheinen wird.
Auch die Geschichte meiner Eltern – und damit meine eigene Lebensgeschichte – erzähle ich in meinem Buch ausführlicher. Doch vorab schon so viel: Ich habe in meinem 36. Lebensjahr mit der Familienaufstellung begonnen. Eine Freundin nahm mich zu einem Seminar mit Sophie nach München mit. Sophie hieß damals noch von Erdödy. Ich hatte keine Ahnung, was mich dort erwarten würde.
Doch nach diesem Seminar war nichts mehr wie vorher. Ich hatte drei kleine Kinder zu Hause, der Jüngste war drei Jahre alt, ich war verheiratet (und bin es bis heute), hatte immer einen oder mehrere Hunde und lebte in einem großen Haus. Und doch war ich innerlich zutiefst unglücklich. Ich konnte gar nicht genau verorten, woran das lag.
So begann meine Reise zu mir selbst. Ich absolvierte über viele Jahre hinweg alle Ausbildungen bei Sophie und Bert, die sie angeboten haben, und wurde Diplom‑Familienaufstellerin. Meine Diplomarbeit trug den Titel „Leiden ist leichter als Lösen“. Die Diplomverleihung war 2012 in Brüssel, und meine Mutter war mit dabei. Dieses Erlebnis war – neben den Geburten meiner drei Kinder und einigen anderen prägenden Ereignissen meines Lebens – eines der aufregendsten überhaupt. Auch darauf werde ich in meinem Buch näher eingehen.
Familienstellen ist für mich reine Lebenshilfe, und genau als diese biete ich es an. Jede Familie hat ihre Geheimnisse, und es geht nicht darum, diese zu lüften. Es geht vielmehr darum, sich der eigenen Familie zu stellen – idealerweise ohne Wertung. Das ist am Anfang sicher nicht möglich. Doch wenn man erfährt, wie viel Leid und welche Schicksale oft dahinterstehen, wird man demütiger und dankbarer. Allein darin liegt bereits ein großer Schatz.
Und die Hilfe kommt von woanders her – die Hilfe, die wir wirklich brauchen: für uns selbst, für unsere Familie und für unsere Kinder.
Gerade zu Weihnachten, und insbesondere in diesem Jahr, habe ich das Gefühl, dass die Menschen wieder mehr Zuversicht und Freude brauchen. Laut einer Umfrage haben die Menschen in Deutschland im Moment am meisten Angst vor der Krise, in der wir uns scheinbar befinden. Wenn wir lernen, uns täglich uns selbst zuzuwenden und gut für uns zu sorgen, stehen wir stabiler im Leben. Dann sind wir – so denke ich – wie ein Baum, der durch gute Verwurzelung auch einem Sturm standhalten kann. Und was immer stimmt, ist der Ausspruch: „Starke Eltern – starke Kinder.“
Nun möchte ich noch einen Text wiedergeben aus dem Buch „Worte, die wirken – Teil 2“ von Bert Hellinger:
WEIT
Weit ist ein Weg, wenn sein Ziel in weiter Ferne liegt. Nah ist immer der nächste Schritt.
Weit ist ein Bewusstsein, das für alles offen ist, wie es sich zeigt. Unser Bewusstsein wird eng, wenn es anderes ausschließt und sich auf Weniges beschränkt.
Weit in diesem Sinne ist die Liebe, die allem zustimmt, wie es ist. Weit heißt hier auch offen – offen für alles, wie es sich zeigt, und offen für das, wohin es uns führt, auch wenn es sich seinem Ende vor uns noch verbirgt.
Weit ist alles Neue, weil es noch am Anfang steht. Es bleibt weit, wenn es auf das nächste Neue hin weitergeht. Seine Bewegung geht daher sowohl nach vorn als auch in die Weite.
Weit wird alles, was sich ausbreiten darf – in die Breite ebenso wie in die Höhe und in die Tiefe.
Manchmal stößt etwas dabei an eine ihm vorgegebene Grenze. Zum Beispiel wächst ein Baum nur bis zu seiner möglichen Höhe, aber nie in den Himmel.
Weit ist der Blick, wenn er vieles zugleich erfasst. Doch auch er stößt mit dem Horizont an eine Grenze. Dennoch reicht er über diese Grenze hinaus, bis sein Auge die Grenzen seiner persönlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten erreicht hat. Mit Hilfe von Instrumenten geht unser Blick über viele Grenzen hinaus: in die Weite, in die Höhe und in bisher unzugängliche, verborgene Tiefen.
Weit sind vor allem unsere Gedanken. Nichts kann sie aufhalten, nichts kann sie beengen. In dieser Hinsicht sind sie frei.
Die Frage ist: Entspricht ihnen eine Wirklichkeit? Dann setzt diese auch ihnen eine Grenze, der sie sich fügen.
Anders ist es mit den Gedanken, die wirklich werden, weil sie schöpferisch sind. Das heißt: Sie bewirken etwas, was es vorher noch nicht gab. Sie gehen über die Grenzen unserer bisherigen Möglichkeiten hinaus in eine neue Weite.
Was diese Gedanken ermöglichen, kommt aus der Weite in das Nahe, wenn wir sie im Handeln verwirklichen. Erst im Handeln wird uns dieses Weite nah – nah, weitergehend nah, immer in Bewegung.
Wohin? In die Weite.
Aktuelle Angebote und Termine
Familienaufstellungen & Beratung
Ich biete weiterhin Familienaufstellungen in Einzelsitzungen an – persönlich, per Zoom oder auch telefonisch.
Neue Formate ab 2026
- Paarberatungen (2 Stunden oder ½ Tag)
- Vertiefende Halbtages‑Workshops
- 2‑stündige Zoom‑Termine
- Intensivtage für Paare oder Familien (½ Tag oder ganztags)
Alle Details findet ihr ab Januar 2026 auf meiner Website.
Kalender & Materialien
- Mein neuer Kalender für 2026 ist ab sofort für 25 € erhältlich.
- Kostenlose Flyer sende ich gerne auf Wunsch zu.
- Kartenset: Gemeinsam mit zwei jungen Künstlerinnen und meiner langjährigen Unterstützerin Frau Rusack entsteht ein neues Kartenset – mehr dazu bald!
- Buchprojekt: Ich arbeite an meinem eigenen Buch, das 2026 erscheinen soll.
- Ausbildungskonzept: Ab 2026 plane ich eine Ausbildung in 8–10 Modulen.
Beratung & Erstgespräch
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Auf meiner Website findet ihr einen Fragebogen zur Selbstreflexion. Bei Fragen biete ich gerne ein kostenloses Erstgespräch an.

